Freunde und Familie

Die Unterstützung von Freunden und Familie kann Ihnen helfen, mit Multipler Sklerose und ihrer Behandlung im Alltag umzugehen. Gute Freundschaften und die Unterstützung durch die Familie können vor allem den Stress verringern, den eine chronische Erkrankung manchmal verursacht.

Wie Freunde und Familien helfen können

Freunde und Familienmitglieder können Sie vielfältig unterstützen. Sie können Sie zum Beispiel an die Medikamenteneinnahme erinnern, Sie bei Arztbesuchen begleiten, Ihnen helfen, den Einkauf zu transportieren – oder einfach zuhören, mit Ihnen reden und für Sie da sein.

Wie bittet man um Hilfe?

Es ist gut zu wissen, dass man Menschen um sich hat, die man um Hilfe bitten kann. Doch manchmal wissen Familienmitglieder und Freunde nicht, wie Sie Ihnen am besten helfen können. Sie haben vielleicht Angst davor, Sie zu verletzen oder sich zu sehr in Ihr Leben einzumischen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie offen darüber sprechen, bei welchen Dingen Sie Hilfe möchten und bei welchen nicht. So erhalten Sie genau die Unterstützung, die Sie brauchen.

Überlegen Sie sich, welche Bekannten und Verwandten sich am besten für verschiedene Hilfestellungen eignen. Studien zeigen, dass Familienmitglieder besonders gut bei organisatorischen Dingen bezüglich der Erkrankung helfen können, beispielsweise durch die Erinnerung an die Medikamenteneinnahme oder Begleitung beim Arztbesuch. Freunde dagegen eignen sich besser bei körperlichen Aktivitäten und Sport, als Helfer im Alltag und als emotionale Unterstützung.

Wer kann zum Beispiel Ihre Kinder von der Schule abholen? Und wer kann für Sie einkaufen oder im Garten helfen? Sprechen Sie Ihre Bekannten und Verwandten direkt an. Sie werden es Ihnen nicht übel nehmen – im Gegenteil: die meisten Menschen freuen sich, helfen zu können.

Wie sieht es mit den Arbeitskollegen aus?

Manchmal ist es sinnvoll, sich einem engen Arbeitskollegen anzuvertrauen und ihn über Ihre körperliche Verfassung und Ihre medikamentöse Behandlung zu informieren. Ihr Kollege kann Ihnen dann emotionale Unterstützung bei der Arbeit geben – zum Beispiel auch, wenn Sie einen Rat für ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten brauchen. Wägen Sie ab, inwiefern Offenheit am Arbeitsplatz eine gute Idee sein kann.

Aber was denken bloß die anderen?

Manchmal ist es schwer, sich auf seine Ziele zu konzentrieren – vor allem, wenn man sich zu viele Gedanken darüber macht, was die anderen Leute denken.

Wenn Sie zum Beispiel wegen eines Arzttermins oder wegen eines Schubes nicht zur Arbeit gehen können, machen Sie sich vielleicht Sorgen, was die Kollegen oder Ihr Vorgesetzter denken könnten. Es wird vielleicht von manchen Menschen Reaktionen geben, die Sie ärgern. Konzentrieren Sie sich in so einem Fall lieber auf die Personen, die Ihnen wichtig sind.

Es kann erleichternd sein, mit Ihrem Vorgesetzten und der Personalabteilung im Voraus über Ihren körperlichen Zustand zu sprechen. So sind sie informiert und verstehen, warum Sie extra freie Zeit benötigen. Außerdem kann Ihr Vorgesetzter Sie sogar unterstützen und ist darauf vorbereitet, wenn Sie medizinische Versorgung bei der Arbeit brauchen.

Neue Freunde unter MS-Betroffenen finden

Manchmal hilft es, mit Menschen zu reden, die aus eigener Erfahrung wissen, was Sie durchmachen. Im Austausch mit anderen Menschen mit MS lernen Sie von deren Ideen und Erfahrungen und sehen, dass Sie mit Ihren Fragen und Problemen nicht allein sind. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass jeder andere Erfahrungen mit MS macht. Die individuelle körperliche Verfassung und die zur Verfügung stehende Behandlung wirken sich auf verschiedene Personen unterschiedlich aus. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen über Nebenwirkungen oder Schübe, die bei anderen auftreten – bei Ihnen müssen sie nicht auch auftreten!

Hier finden Sie weitere Informationen zu Selbsthilfegruppen für Menschen mit MS.